Kirche Oldendorp

Von der Straße Richtung Aaltukerei fällt ein erster Blick auf unsere Kirche in Oldendorp. Wie eine starke fensterlose Burg steht sie inmitten des Friedhofs.


Der frühgotische Backsteinbau stammt aus der Zeit um 1250. Die Mauern sind bis zu 1,20 Meter dick und scheinen die kleine hölzerne Eingangstür an der Nordseite fast zu verschlucken.

       


Die Küsterin hat uns liebenswerterweise den Schlüssel ausgeliehen. Wenn wir durch die Tür eintreten, erwartet uns eine Überraschung. Ein heller freundlicher Innenraum empfängt uns, hier hat die ganze Gemeinde Platz. Die Kanzel trägt die eingeschnitzte Jahreszahl 1645. Als Umschrift sind die Worte Mt. 24,35: 'Himmel und Erde werden vergehen, aber Gottes Wort bleibt ewig.' in holländischer Sprache eingekerbt. Sie hatte früher einen einmaligen Platz: sie stand auf dem achteckigen Taufstein, der heute im Chor steht.

       

Hier findet sich ebenfalls eine Grabplatte mit Wappen und Inschrift aus dem 18. Jahrhundert. In holländischer Sprache steht geschrieben:

Hier onder rüst het stofvelyke deel van den wol eerwarden her Harmannus Poppen Rosendahl. En Leeven vel geagt evangelie Dienaar te deser Gemeente. Geboren 27. Dezember 1727, overleden 26. April 1768 in te 13. Jahre syner Bedienung.

       


Zwei weitere Grabplatten erinnern an Margarete Arnoldi Johannis und Arnoldi Johannis, der von 1638 bis 1663 Pastor in Oldendorp war.


Über der Tür zum Eingang zum Chor können wir einen in Holz eingekerbten Spruch entdecken.


Daüber hängt unsere Gedenktafel für die Vermissten und Gefallenen der Weltkriege.


Die Orgel auf der Empore wurde im Jahre 1870 von dem Orgelbauer Roelfs in Esens für 330 Reichstaler gebaut. Die Orgel wurde mit Ausnahme der Pfeifen ganz aus Holz gebaut.

Das Instrument wurde früher noch manuell bedient. Das heißt, die Konfirmanden mußten einen Blasebalg treten und somit dafür sorgen, daß die Luftzufuhr beim Spielen nicht ausblieb.

Federn oder besser Pfeifen lassen mußte die Orgel während des Ersten Weltkrieges. Da für Förderung der Rüstung das Eisen immer knapper wurde, bediente man sich in der Kirche. Die gesamten Prospektpfeifen, die Eisen enthielten, wurden mitgenommen. Zwischen den Jahren 1920 und 1930 wurden als Ersatz Zinkpfeifen eingebaut. 1993 wurde die Orgel saniert. Hierbei wurden diese Pfeifen wieder gegen die originalen Prospektpfeifen ausgetauscht. Außerdem wurde das gesamte Innenleben ausgebaut, gesäubert und repariert.

Das hölzerne Tonnengewölbe verstärkt noch den schönen Klang der Orgel. Sie ist von "Priechen" umgeben, geschlossenem Kirchengestühl, in dem einst die Honoratioren der Gemeinde ihren Platz hatten.


An der Westwand im Kirchenschiff lädt ein aufgemalter Bibelspruch die Gläubigen zur Aufmerksamkeit ein. Eine Bibel aus dem Jahre 1902 liegt aufgeschlagen auf dem Abendmahlstisch.

       


Erst nachdem wir der Küsterin den Schlüssel nach Hause gebracht haben, entdecken wir auf dem Rückweg den Grund für die Helligkeit der Kirche. In der Südwand sind große, etwas uneinheitlich wirkende Fenster eingebaut, die Licht und Sonnenschein hereinlassen.