Kirchturm Oldendorp

Der Kirchturm stammt wohl ebenso wie die Kirche aus dem 13. Jh. und ist daran angebaut. Sein niedriges, kaum eineinhalb Meter hohes, Portal ist romanisch.

Die kleine Glocke im östlichen Schallloch des Turms wurde im Jahre 1609 gegossen. Im letzten Weltkrieg sollte sie zu Waffen verarbeitet werden. Nach Kriegesende wurde sie jedoch unversehrt auf dem sogenannten Glockenfriedhof in Hamburg wiedergefunden.

Die Glocke im westlichen Schalloch ist vermutlich noch älter.

       


Im Jahr 2010 wurden die Glocken mit neuen Klöppeln und Aufhängungen versehen um nun wieder in voller Klangqualität zum Gottesdienst rufen zu können:

Von der Hand des Dorfschullehrers Wiehert Dreesmann, der von 1920 bis 1932 an der einklassigen Dorfschule in Oldendorp unterrichtete, ist ein Manuskript über die Glocken der kleinen Kirche des abgeschiedenen Rheiderland-Dorfes überliefert.

Der Aufsatz war wohl für eine Veröffentlichung in den "Upstalsboom-Blättern" des Prof. Ritter in Emden gedacht, ist aber dann nicht erschienen.

Er gibt nicht nur interessante kunstgeschichtliche Hinweise zu den Glocken, sondern auch ein bisschen über das Alltagsleben in einer wirklich kleinen Gemeinschaft – Oldendorp hatte 1925 gerade 158 Einwohner – zu einer Zeit, wo die Welt vielleicht noch 'in Ordnung', weil überschaubar war, berichtet. Aber auch im kleinen Oldendorp hatte damals die Technik schon ihren Einzug gehalten.